Haus 3M in Puchenau bei Linz

Diese beeindruckende Villa am Fuße des Pöstlingbergs wurde perfekt in die grüne Umgebung integriert
und bietet einen hervorragenden Ausblick über das Donautal ins Alpenvorland.

Projektbeschreibung

Situation

Das steil zur Donau hin abfallende Randgrundstück liegt am Fuße des Pöstlingbergs, knapp oberhalb der ‚Urfahrwänd‘ (Felsiger Donaudurchbruch) – umgeben von Wald, Wiesen und einem Obstgarten, am Ende der Siedlungsstrasse. die Waldschutzzone und der Bebauungsplan erlaubten eine Situierung des Baukörpers nur im nordöstlichen Grundstücksbereich.

Ziel war es, die Einzigartigkeit des Waldrandes ins Konzept einzubinden, eine gleichzeitige Abschottung zur Siedlung zu gewährleisten und dabei den vorhandenen Ausblick über das Donautal ins Alpenvorland zu inszenieren.

Baukörper

Der Baukörper ist im Zuschnitt vom Baufenster geprägt und der Topographie folgend in Halbgeschossen abgetreppt, die mit dem ihn umgebenden Aussenraum spielen. ein an der Oberfläche gestockter Sichtbetonkörper bildet das Zentrum des Hauses. Er durchdringt die halbgeschossig um ihn versetzten Ebenen und wird über die ihn umgebende Erschliessung im ganzen Haus spürbar in Szene gesetzt. Die Lage des Hauses über der ‚Urfahrwänd‘, ein felsdominierter Lebensraum am Linzer Stadteingang, wird so im Haus selbst neu interpretiert. die händisch gestockte Oberfläche erinnert an den von der Donau im laufe der Jahrtausende bearbeiteten Fels.

Die Halbgeschossigkeit gewährleistet unterschiedliche Raumhöhen in allen Geschossen. Der ins Obergeschoss eingeschnittene Innenhof belichtet Räume auf drei Ebenen und lässt eine monolithisch geschlossen wirkende Fassade zu den Nachbarn zu. Der vollverglasten Südseite wird im Obergeschoss ein in die knapp über Gartenniveau schwebende Terrasse mündendes Rahmenbauwerk vorgehängt. Es führt den Innenraum boden‐ und deckengleich nach aussen, beschattet die Verglasung auf natürliche Weise, schützt vor Bewitterung und wird zum prägenden Gestaltungselement an der Südfassade.

Grundriss

Der Baukörper tritt rück‐ bzw. strassenseitig eingeschossig in Erscheinung. Das weit auskragende Vordach des Carports macht neugierig und leitet den Ankommenden zum Eingang. Das Entree mit angehängter Garderobe überrascht mit vollverglastem Einblick in den Innenhof. Eine kurze Treppe führt entlang dem Sichtbetonkörper ein halbes Geschoss tiefer ins familiäre Zentrum des Hauses. Die Küche lehnt sich elegant an den Betonkubus an, die raumhohe und zweiseitige Verglasung umgibt den Esstisch und den Blick frei ins Donautal bzw. über die seitl. angeordnete Terrasse in den ein Viertelgeschoss tiefer angelegten Privatgarten. Vorbei an der Küche führt eine breite Wohntreppe in einem vier Meter hohen Luftraum in den knapp unter Gartengeschoss liegenden Wohnraum, der wie die Raumgruppen schlafen und arbeiten um den Innenhof angeordnet ist. Der Wohnraum erhält eine in den Garten eingeschnittene Terrasse mit Grillstelle in der der Grundstücksgrenze folgenden Stützmauer.

Der Sichtbetonkörper scheint zwei Meter zwanzig über dem Wohnraum zu schweben – ein spannendes Gegenüber von überhöhtem und gedrungenem Raumempfinden. Ins Erdreich eingeschnitten werden das Gäste‐WC, der Technikraum sowie das Studio. Letzteres ist eineinhalb Geschosse hoch, hat Bezug zum Innenhof und dient den Bewohnern als Kreativbereich. Ein letztes Mal führt eine kurze Verbindungstreppe ins Untergeschoss, wo die Kinderzimmer mit Nebenräumen und ebenem Ausgang in den von einer aus dem Bestand verbliebenen und adaptierten Steinwand gestützten Terrassengarten münden. Der Sichtbeton‐Pool kragt mutig über die Steinstützwand hinaus und schottet den Terrassengarten vom oberen Privatgartenbereich ab.

Konstruktion & Material

Das in den Hang gebaute Haus ruht auf Stahlbetonfundamentplatten und hat massive Wände nur dort, wo sie statisch unumgänglich waren. Die übrige Konstruktion – im Speziellen das Dach – wurde in Holzbauweise ausgeführt. Zukunftsfähiges, nachhaltiges Bauen mit ‚wohngesunden Baustoffen‘ war den Bauherren ein dringliches Anliegen. Die Holzbauteile sind mit nachwachsenden Rohstoffen (Hanf) wärmegedämmt, das Heizsystem besteht aus einer Luftwärmepumpe, unterstützt durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Das Haus ist als Niedrigstenergiehaus konzipiert. Der für die Fassade gewählte Edel‐Kratzputz in Form eines Mittelschicht‐Steinputzes mit Anteilen von Stein, Sand, Kalk, Keramik, Zusätzen von Gneis, Glimmer und selektierter Körnung sowie einer erdähnlich braunen Farbgebung unterstreicht den individuellen Charakter des Hauses. Er steht im Gegensatz zur durchwegs weiss gehaltenen Farbgebung im Innenraum des Hauses, die den gestockten Sichtbetonkörper elegant in Erscheinung treten lässt. Die Untersichten der auskragenden Dächer von Carport und Terrasse wurden mit weiss lasierten Fichtenbrettern ausgeführt, die den Freiräumen eine besondere Haptik verleihen. Der Fussboden wurde mit in mehreren Arbeitsgängen aufgespachteltem und geschliffenem Weisszement hell gehalten. Die Holz‐Alu Fenster sind innen weiss lasiert und aussen Graualuminium beschichtet.

Projektdaten & beteiligte Unternehmen

Bauherr: privat
Fertigstellung: August 2010
Nutzfläche: 240m²
Kubertur: 1195m³
Bauweise: Wände massiv, Dach Holzkonstruktion
Fassade: Kratzputz, Dachuntersicht Fichte weiß lasiert
Energiekonzept: Luftwärmepumpe, Fußbodenheizung, kontrollierte Wohnraumlüftung

Beteiligte Firmen:

Architektur / Planung: architypen, Linz
Landschaftsplanung: Plant Gartengestaltung, Veronika Pree

Fotos: Mark Sengstbratl, J. Haslinger

Projektbilder

Projektstandort

puchenau linz

Standort: Puchenau bei Linz, Österreich

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