Sie sind sich nicht sicher, ob Sie eine Immobilie kaufen oder mieten wollen? Das spricht schon einmal für Sie, denn dann gehören Sie vermutlich zu denjenigen Menschen, die wichtige Entscheidungen nicht voreilig treffen, sondern lieber erst einmal nüchtern Pro und Contra abwägen. Gerade beim Thema Immobilienkauf lohnt es sich, die Entscheidung besonders gründlich vorzubereiten, denn meist binden Sie sich damit für viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte.

Dabei mangelt es Ihnen sicher nicht an guten Ratschlägen Dritter zu Immobilien:

  1. Vielleicht haben Sie schon konkrete Kaufangebote von Immobilienmaklern oder Bauträgern bekommen.
  2. Ihre Bank weist Sie regelmäßig darauf hin, dass die Zinsen aktuell niedrig und Immobiliendarlehen daher günstig sind.
  3. Zudem haben wohlmeinende Freunde, Kollegen oder Verwandte Sie sicherlich schon vor weit überhöhten Immobilienpreisen gewarnt.
  4. Und bestimmt haben sie Ihnen auch haarsträubende Geschichten von Menschen erzählt, die mit einem Immobilienkauf eine Menge Geld verloren haben.

Lassen Sie sich durch all das nicht irre machen, denn die eine richtige Lösung gibt es nicht. Während für den einen ein Immobilienkauf die perfekte Lösung ist, kann es für einen anderen viel besser sein, zur Miete zu wohnen.

Woran Sie bei der Entscheidung für oder gegen einen Immobilienkauf denken sollten

Führen Sie sich am besten zunächst einmal Ihre aktuelle Lebenssituation vor Augen:

  1. Steht Ihre Familien- und Haushaltsgröße für die nächsten Jahre einigermaßen fest oder rechnen Sie mit größeren Veränderungen?
  2. Wünschen Sie sich noch Kinder oder werden Ihre Kinder bald ihre ersten eigenen Wohnungen beziehen?
  3. Und werden Sie in den nächsten Jahren voraussichtlich am selben Wohnort bleiben wollen oder kann es sein, dass Sie aus beruflichen oder familiären Gründen umziehen müssen – womöglich sogar mehrmals?
  4. Wie viel Eigenkapital könnten Sie für einen Immobilienkauf einsetzen?
  5. Und wie viel bleibt Ihnen nach allen Lebenshaltungskosten und regelmäßig anfallenden Ausgaben zuzüglich einer Sicherheitsreserve monatlich von Ihrem Einkommen übrig, um damit eventuell Zins und Tilgung für ein Immobiliendarlehen zu begleichen?

Wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, verfügen Sie schon über eine wesentlich solidere Entscheidungsgrundlage als jemand, der allein nach Bauchgefühl oder aufgrund von guten Ratschlägen Dritter entscheidet.

Welche Lösung beim Immokauf passt für wen?

Nun müssen Sie nur noch wissen, in welchen Situationen welche der beiden Lösungen am besten passt. Beginnen wir mit der einfacheren Variante: Zur Miete zu wohnen, ist vor allem für diejenigen geeignet, die sich nicht allzu sehr festlegen möchten oder können, weil sich ihre Haushaltsgröße in absehbarer Zeit eventuell verändert oder weil sie ihren Wohnort wechseln werden. Auch wer nicht genug Eigenkapital für einen Immobilienkauf zur Verfügung hat oder dieses lieber anderweitig investieren möchte, ist mit einer Mietwohnung gut bedient.

Ein Immobilienkauf dagegen eignet sich eher für jene, die voraussichtlich längere Zeit an einem Ort wohnen bleiben wollen, bei denen sich Haushaltsgröße und Platzbedarf auf absehbare Zeit nicht ändern werden und die über das notwendige Eigenkapital sowie ein für die Aufnahme eines Immobiliendarlehens ausreichendes laufendes Einkommen verfügen.

Subjektive Vorlieben und emotionale Aspekte nicht übergehen

Soweit – so rational. Doch darüber hinaus sollten Sie auch emotionale Aspekte und subjektive Vorlieben nicht außer Acht lassen. So “verlieren” Sie als Mieter zwar Monat für Monat einen bestimmten Geldbetrag, der im Laufe der Zeit auch noch steigen kann, doch dafür erhalten Sie auch eine Art “Rundum-sorglos-Paket”. Als Eigentümer hingegen obliegt Ihnen auch die Verantwortung für die Instandhaltung Ihrer Immobilie und eventuell notwendige Bau- und Modernisierungsmaßnahmen. Gerade der letztgenannte Aspekt wird beim Vergleich von Mietwohnung und Eigentumswohnung oft übersehen. Der Immobilienkäufer hingegen bindet sich zwar für relativ lange Zeit, bildet dafür aber mit seinen monatlichen Zahlungen für die Darlehensraten kontinuierlich eigenes Vermögen. Hier müssen Sie einfach selbst wissen, was Sie lieber wollen. Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen.

Die clevere Alternative zum Entweder-Oder

Wirtschaftlich betrachtet, ist übrigens eine dritte Lösung besonders interessant. Sie wohnen zur Miete und kaufen Wohneigentum zur Vermietung. So kombinieren Sie die Vorteile beider Lösungen auf intelligente Weise, können Ihre Finanzierungskosten steuerlich geltend machen und wenn es bei Ihnen im Bad durch die Decke tropft, müssen Sie dennoch nur Ihren Vermieter anrufen und keinem Handwerker hinterherlaufen.

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