Wenn wir wüssten, welches Design ankommt, würden wir alle im Geld schwimmen – Interview mit Stefan Egli

Wenn wir wüssten, welches Design ankommt, würden wir alle im Geld schwimmen – Interview mit Stefan Egli

Vor fünf Jahren hat der Schweizer Unternehmer, Stefan Egli, die Home3 Design GmbH mit Sitz in Zürich gegründet. Im Interview mit Zacasa erzählt er von seinem Werdegang,  der Kernkompetenz seines Unternehmens und den Zukunftstrends der Schweizer Möbelbranche.   Stellen Sie sich bitte kurz vor:  Meine Name ist Stefan Egli. Ich bin Inhaber der Home3 Design GmbH mit Sitz in Zürich.Wie sind Sie auf die Idee von home3 gekommen? Nach verschiedenen Tätigkeiten im Bereich Marketing und Verkauf wurde mir durch Kontakte in die Design Branche die Möglichkeit angeboten, dort Erfahrungen zu sammeln. Ich war fasziniert von dieser schönen Welt mit den vielen Produktideen von jungen Designern. Schließlich entschloss ich mich vor fünf Jahren die Home3 Design GmbH zu gründen. Sie legen Wert auf Schweizer Wertarbeit? Beschreiben Sie uns die Philosophie von home3:Die Philosophie von home3 ist es, Schweizer Design zu fördern und Produkte zu verkaufen, welche womöglich in der Schweiz produziert und gefertigt werden. Die Kernkompetenz von home3 ist die Suche optimaler Produktions- und Vertriebspartner, sowie die Umsetzung der Vermarktung. Viele Designer haben einzigartige Ideen und Produkte, ihnen fehlt es jedoch an Erfahrung in diesen Bereichen – hier hilft home3 mit seinem breiten Netzwerk. Wir wählen Schweizer Produzenten, weil sie qualitativ gute Möbel und Leuchten im mittleren Preissegment produzieren, in welchem home3 übrigens seine Produkte positioniert. Wie zum Beispiel die Leuchte Lumia, bei welcher der Birkenholz-Fuß in Meilen am Zürichsee und der Wellkarton-Lampenschirm in Urdorf Zürich und Winterthur produziert wird. Zusammengebaut wird die Leuchte im Rheintal und ist für Fr. 545.- (Stehleuchte) und Fr. 245.- (Pendelleuchte) erhältlich. Die Leuchte wurde bereits mit dem Swiss Design Award ausgezeichnet. Welches ist das zurzeit erfolgreichste Produkt von home3?Der Beistelltisch X-Table...
Zurück in die Städte: Interview mit Carole Iselin

Zurück in die Städte: Interview mit Carole Iselin

Die Zürcher Architektin Carole Iselin spricht im Interview über die Zukunft des Wohnens, über mutige Bauten und was die Schweizer Architekten von den Spaniern lernen können. Stellen Sie sich bitte kurz vor: Mein Name ist Carole Iselin, ich bin Architektin, in Zürich geboren und aufgewachsen. Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen? Die Gestaltung unserer Umgebung ist mir sehr wichtig. Nach der Matura habe ich zunächst die Hochschule der Künste Zürich besucht. In der Folge schrieb ich mich für das Architekturstudium an der ETH Zürich ein. Wollten Sie immer schon Architekt werden? ..Architektin, Gestalterin, Blumenfrau… bestimmte Orte und Räume haben mich schon immer angezogen und fasziniert. In jungen Jahren liebte ich neue Raumkonstrukte zu kreieren, erst aus alltäglichen Gegenständen, später experimentierte ich mit Materialien aus Abbruchobjekten. Sie haben das Architekturstudium an der ETH Zürich absolviert. Wie sehr hat Sie das geprägt?

 Die ETH Zürich bietet eine solide technische Ausbildung. Zu meiner Zeit orientierte sich die Schule an der Bauhaus Architektur. Die Projektierungstiefe und die Ausarbeitung bis ins Detail waren weitere wichtige Punkte in meiner Ausbildung. Desgleichen wichtig für mich war meine Tätigkeit in drei renommierten Architekturbüros in unterschiedlichen kulturellen Umgebungen – New York, Barcelona und Zürich. Diese beruflichen Erfahrungen waren wegweisend für meine persönliche Reifung als Architektin. Worin sehen Sie als Architekt heute Ihre Hauptaufgabe? Ein Gebäude sollte dem Bewohner eine positive Identifizierung mit seinem Lebensort erlauben. Jedes Gebäude ist einmalig und einzigartig zugleich – durch seine Lage, seine architektonische Idee, sein Programm und seine Nutzung. Die Aufgabe des Architekten ist jedes Gebäude zum Leben zu erwecken. Sein Arbeitsmaterial das sind: der Mensch, der Werkstoff, die Konstruktion, der Ort,...
Ein Gebäude sollte nicht modisch sein, durchaus aber Zeuge seiner Zeit – Interview mit Martin Heiderich

Ein Gebäude sollte nicht modisch sein, durchaus aber Zeuge seiner Zeit – Interview mit Martin Heiderich

Martin Heiderich ist erfolgreicher Architekt und Mitautor verschiedener Publikationen. Zacasa hat sich mit ihm über neue Herausforderungen, die Bedeutung von Materialien und die Zukunft des Wohnens unterhalten. Stellen Sie sich bitte kurz vor: Martin Heiderich, 51 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Söhnen, Kind des Ruhrgebiets, Architekt. Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen? Wollten Sie immer schon Architekt werden? Irgendwann mit etwa 15 Jahren habe ich mir das vorgenommen, weil mich das Bauen begeisterte, allerdings noch ohne zu wissen, was das wirklich bedeutet. Sie haben an der Universität Dortmund Architektur und Städtebau studiert. Wie sehr hat Sie das geprägt? Immens! Zuvor hatte ich eine Tischlerlehre abgeschlossen und war dadurch bereits konstruktiv geprägt. Das wurde perfekt weitergeführt durch eine sorgfältige technische Grundlehre. Dazu kam die stark ausgeprägte rationalistische Haltung in Dortmund und nicht zuletzt das Dortmunder Modell: Die gemeinsame Ausbildung von Bauingenieuren und Architekten an beispielhaften Projekten. »Architektur ist elementarer Bestand­teil erlebbarer Umwelt und somit Grund­bedürfnis. Im Ideal gleicher­maßen ästhetisch, funktional, wirtschaftlich und nachhaltig.« Worin sehen Sie als Architekt heute Ihre Hauptaufgabe? Eine besondere Verantwortung des Architekten und damit ein wesentlicher Unterschied zu anderen Kunstgattungen und Ingenieurrichtungen ist die Dauerhaftigkeit des Werkes. Welche Entwicklungen haben Sie seit der Gründung Ihres Büros 1993 bis heute durchgemacht? Mehr durch einen Zufall habe ich sofort nach dem Diplom einen Auftrag für ein Einfamilienhaus bekommen und mich damit selbstständig gemacht. Kurz darauf wurde mir eine Assistentenstelle am Lehrstuhl für Entwerfen und Gebäudetheorie an der Hochschule angeboten. In den ersten 10 Jahren habe ich das Büro in Teilzeit neben der wissenschaftlichen Mitarbeit als Assistent an der Universität Dortmund betrieben. Damals haben wir viele Projekte...